Wie bin ich zum Investieren gekommen?
Ich möchte euch kurz erzählen, wie mein Weg zum Investieren begonnen hat – denn genau dieser Weg hat meine Sicht auf Geld komplett verändert. Und vielleicht erkennt sich der ein oder andere von euch darin wieder.
Damals habe ich sehr früh gemerkt: Sparen und Investieren sind zwei verschiedene Welten. Und ich war ehrlich gesagt nicht der Typ, der von Natur aus extrem sparsam war. Mein Ziel war eigentlich immer „ganz simpel“: 10.000 € auf der Seite haben – als Notgroschen, als Sicherheit, als beruhigendes Polster. Und ja: Irgendwann habe ich dieses Ziel auch erreicht.
Nur gab es ein Problem…
Ich kam einfach nicht weiter.
Es war immer das gleiche Spiel: Ich hatte 10.000 €, dann kam irgendwas dazwischen – Urlaub, Anschaffungen, irgendwas „Wichtiges“ – ich nahm wieder Geld runter und musste mich danach mühsam wieder auf die 10.000 € hochkämpfen. Ein Kreislauf ohne Wachstum. Und irgendwann wurde mir klar: Wenn ich so weitermache, werde ich zwar immer wieder schaffen, diese 10.000 € zu halten – aber ich werde niemals echtes Vermögen aufbauen.
Ich wusste nur nicht, wie ich da rauskomme.
Der Wendepunkt kam, als mein Onkel eines Tages eine kleine Wohnung verkaufen wollte. Als ich das hörte, dachte ich sofort: Die kann man doch nicht einfach hergeben – die soll in der Familie bleiben. Ich hatte Freunde, die bereits in Immobilien investiert hatten, daher hatte ich ungefähr eine Ahnung, wie so etwas ablaufen könnte. Und plötzlich war da dieser Gedanke:
„Ich kaufe die Wohnung.“
Klingt mutig? War es auch.
Denn ich hatte ein riesiges Problem: Ich hatte kein Geld.
Ich kratzte alles zusammen, was ich hatte, und lieh mir zusätzlich 10.000 € von meinem Bruder. Das war volles Risiko. Aber ich war fest überzeugt: Das kann funktionieren – die Wohnung kann sich selbst tragen. Also einigte ich mich mit meinem Onkel auf einen Preis und saß kurze Zeit später beim Notar.
Und als ich dann den Kaufvertrag vor mir hatte, war es wie ein Schalter im Kopf.
In diesem Moment wusste ich:
„Jetzt ist Schluss. Jetzt wird nicht mehr nur gespart – jetzt wird aufgebaut.“
Ich wusste, jetzt muss ich Verantwortung übernehmen. Jetzt muss ich lernen, disziplinierter zu leben. Und ja: plötzlich hatte ich Schulden – aber zum ersten Mal in meinem Leben waren es Schulden mit einem Sinn. Schulden, die mir eine Chance auf Vermögensaufbau gegeben haben.
Ich renovierte die Wohnung ein wenig, vermietete sie anschließend – und bis heute hat alles super funktioniert. Ich habe keinen einzigen Moment bereut.
Und genau dort begann es.
Denn plötzlich hatte ich dieses Gefühl, das viele erst verstehen, wenn sie es einmal selbst erlebt haben:
Ich habe gesehen, wie Geld arbeiten kann.
Nicht nur auf dem Konto liegen. Nicht nur da sein. Sondern wirklich für mich arbeiten.
Ich hatte Feuer gefangen.
Also begann ich mich umzuschauen: Welche Möglichkeiten gibt es noch, zu investieren? Natürlich hatte ich schon von Aktien gehört – aber ich wusste weder genau, wie das alles funktioniert, noch welche Wege es gibt, dort überhaupt sinnvoll einzusteigen. Also begann ich mich zu informieren. Über YouTube, Instagram und andere Kanäle. Ich wollte lernen, verstehen und vor allem: endlich wachsen.
Und dann habe ich etwas entdeckt, das für mich der perfekte Einstieg war: ETFs.
Die Idee, mit geringen Gebühren breit gestreut in viele Unternehmen gleichzeitig zu investieren, fand ich genial. Also habe ich gestartet: Depot eröffnet, Sparplan eingerichtet und losgelegt. Anfangs natürlich mit Respekt. Ich beobachtete meinen Chart, schaute immer wieder rein und dachte irgendwann:
„Wahnsinn… das funktioniert wirklich.“
Natürlich war ich auch mal im Minus. Und ja, das fühlt sich am Anfang nicht gut an. Aber ich blieb dran. Ich lernte, ruhig zu bleiben. Und ich sah: Es geht auch wieder hoch. Genau diese Erfahrungen helfen mir bis heute, wenn der Markt mal nicht so läuft, wie man es gern hätte.
Dann kam der nächste Schritt: Ich wollte noch breiter aufgestellt sein. Ich wollte eine zusätzliche Anlageklasse, etwas, das für mich wie eine Reserve funktionieren kann. Also investierte ich 2016 jeweils 2.500 € in Silber und 2.500 € in Gold. Rückblickend war das eines meiner besten Investments überhaupt – denn aus diesen 5.000 € wurden über die Jahre 25.000 €.
Und jetzt kommt der Punkt, der alles zusammenfasst:
Damals fiel es mir schwer, überhaupt 10.000 € zu sparen.
Heute investiere ich regelmäßig – und meine Investments sind längst weit über dieser Summe.
Warum?
Weil ich verstanden habe, dass es einen riesigen Unterschied gibt zwischen Geld besitzen und Geld nutzen.
Wenn du nur sparst, liegt dein Geld auf dem Konto und wird durch Inflation jedes Jahr weniger wert. Es arbeitet nicht. Es bewegt nichts. Es baut nichts auf. Es ist wie ein Mitarbeiter, den du bezahlst, aber der nie zur Arbeit erscheint.
Beim Investieren ist es anders:
Du gehst schlafen – und deine „kleinen Geldmitarbeiter“ arbeiten weiter.
Und genau das fasziniert mich bis heute.
Ich habe mittlerweile viele Erfahrungen gesammelt und fühle mich heute sowohl an der Börse als auch im Immobilienbereich sehr sicher. Aber ganz ehrlich: Wenn ich damals diesen ersten Schritt nicht gemacht hätte – auch wenn er gewagt war – dann wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Vielleicht würde ich immer noch versuchen, diese 10.000 € irgendwie zu halten, ohne jemals wirklich voranzukommen.
Und deshalb ist meine wichtigste Botschaft an euch:
Du musst nicht perfekt starten.
Du musst nur starten.